Europäische Baknoten und Münzen "Technische Charakteristika"
Besprechung 36
Europäisches Parlament
Seite 9
Alternative Materialien
Wie alle Banknoten der Mitgliederstaaten der Euopäischen Union, werden Euro-Banknoten auf Spezialpapier gedruckt, welches besonders schwierig
zu fälschen ist. Die Kommission hat ernsthaft die Möglichkeit in Betracht gezogen, diese Banknoten auf einem Plastikmaterial zu drucken - dem
Material Polymer. Daraufhin hat das Europäische Währungsinstitut wohl Kontakt mit der belgischen Chemie-Gruppe UCB aufgenommen.
Der Vorteil von Plastik-Banknoten ist die deutlich längere Haltbarkeit, vor allem deshalb, weil sie nicht zerrissen werden können. Das Leben
einer Plastik-Banknote wird auf 32 Monate taxiert, wohin eine Banknote, die aus Spezialpapier hergestellt wird, nur zwischen 18
und 24 Monate im Umlauf verbleiben kann. Man muss jedoch diesen Vorteil ins Verhältnis zu den höheren Produktionskosten von Plastik-Banknoten
(etwa doppelt so hoch) setzen. Der Hauptgrund aber, welcher die Kommission davon Abstand nehmen lies, ist die Erfahrung der australischen
Zentralbank: Nach dem die australische Notenbank ihre Banknoten auf Plastikmaterial gedruckt hatten, entdeckten die Währungsfachleute,
dass die Farbe, die nur auf die Oberfläche von Plastik aufgetragen werden kann (im Gegensatz zu Papier), leicht verwischen kann. Die
Euro-Banknoten werden daher weiterhin auf konventionellem Spezialpapier gedruckt, dass zwar gewiss weniger verschleißfest,
aber schwieriger zu fälschen ist und zudem weniger Produktionskosten verschlingt.
Ausschuss für Wirtschaft und Währung
vom 12.12.2006
Betrifft: Anfrage an die Europäische Zentralbank von Herrn Nikolaos Vakalis
...
In der Antwort der EZB vom 13. Juni 2005 auf meine parlamentarische Anfrage hat Präsident Jean-Claude Trichet als wichtigsten Vorbehalt
der EZB gegenüber der Ausgabe sehr kleiner Banknotenstückelungen die hohen Kosten des Austauschs angeführt, da sie im Verhältnis zu Münzen
nur eine kurze Lebensdauer haben. Hat die EZB die Möglichkeit erwogen, Polymerbanknoten auszugeben, die bis zu fünfmal länger als die
heutigen Papierscheine im Umlauf bleiben können? Gedenkt sie die Ausgabe von 1- oder 2-Euro-Banknoten in Form von Polymerscheinen erneut
zu prüfen? Hat sie in Anbetracht der wirtschaftlichen Vorteile und der Vorteile für die Umwelt, die sich aus einer geringeren Zahl ausgetauschter
oder vernichteter Papierscheine ergeben würden, ohnehin die Absicht, die Ausgabe von Polymerbanknoten zu prüfen?